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Die Weihnachtsmaus
Die Weihnachtsmaus ist sonderbar (sogar für die Gelehrten), denn einmal nur im ganzen Jahr entdeckt man ihre Fährten.
Mit Fallen oder Rattengift kann man die Maus nicht fangen. Sie ist, was diesen Punkt betrifft, noch nie ins Garn gegangen.
Das ganze Jahr macht diese Maus den Menschen keine Plage. Doch plötzlich aus dem Loch heraus kriecht sie am Weihnachtstage.
Zum Beispiel war vom Festgebäck, das Mutter gut verborgen, mit einem Mal das Beste weg am ersten Weihnachtsmorgen.
Da sagte jeder rundheraus: "Ich hab es nicht genommen! Es war bestimmt die Weihnachtsmaus, die über Nacht gekommen."
Ein andres Mal verschwand sogar das Marzipan von Peter, was seltsam und erstaunlich war, denn niemand fand es später.
Der Christian rief rundheraus: "Ich hab es nicht genommen! Es war bestimmt die Weihnachtsmaus, die über Nacht
gekommen."
Ein drittes Mal verschwand vom Baum, an dem die Kugeln hingen, ein Weihnachtsmann aus Eierschaum nebst andern leckren Dingen.
Die Nelly sagte rundheraus: "Ich habe nichts genommen! Es war bestimmt die Weihnachtsmaus, die über Nacht gekommen."
Und Ernst und Hans und der Papa, die riefen: "Welche Plage! Die böse Maus ist wieder da, und just am Feiertage!"
Nur Mutter sprach kein Klagewort. Sie sagte unumwunden: "Sind erst die Süssigkeiten fort, ist auch die Maus
verschwunden!"
Und wirklich wahr: die Maus blieb weg, sobald der Baum geleert war, sobald das letzte Festgebäck gegessen und verzehrt war.
Sagt jemand nun, bei ihm zu Haus - bei Fränzchen oder Lieschen - da gäb es keine Weihnachtsmaus, dann zweifle ich ein bisschen!
Doch sag ich nichts, was jemand kränkt! Das könnte euch so passen! Was man von Weihnachtsmäusen denkt, bleibt jedem überlassen!
von James Krüss
Der Weihnachtsmann
Heute zieht der Weihnachtsmann seine warmen Stiefel an. Schnell packt er seinen Rentierwagen, den Viechern dreht sich schon der
Magen. Ab, ab fliegt er durch die Weihnachtsluft, mit Rauschebart und roter Kluft. Hinein ins Gewühle der Stadt, wer weiß, wer diesen Trubel erfunden hat. Dann muss er noch Reklame vor Karstadt
steh'n und durfte nicht nach Hause gehn. Viel lieber würde er im Glitzerschnee 'ne Schlitterbahn machen, quer über'n See. Nach langer Nacht fliegt er in den Himmel, gleich hinter den
Mond und verschwindet, lacht in seinen Bart, weil ihn dort niemand findet. Alles geschafft, er ist froh und munter und kommt er in einem Jahr wieder runter.
von Susanne Skusa

Nikolaus, Nikolaus, huckepack, schenk uns was aus deinem Sack! Schüttle deine Sachen aus, gute Kinder sind im Haus!
Glöckchen klingt von Haus zu Haus, heute kommt der Nikolaus. er kommt durch Schnee, er kommt durch Wind, er kommt zu jedem braven Kind.
Lieber guter Nikolaus Ich stell die Schuhe schmutzig raus Ich sehe das nämlich nicht so eng Du bist doch da nicht allzu streng?

Der aufpolierte Weihnachtsmann
„Also“, sprach der Himmelvater, als persönlicher Berater, zu dem Weihnachtsmann: “Ich nehme an, du hast Probleme ?"
„Weißt du“, sagt der rote Dicke, wenn ich in den Spiegel blicke bin ich oft am überlegen, ob die Menschen mich noch mögen?
Denn mein Outfit, das entspricht der neuen Mode längst schon nicht mehr. Seh' mich nicht als Weihnachtsbote, mehr als rote Chili-Schote.
Rudolph, diese lahme Ente sollte auch bereits in Rente, denn es wird heut’ – ungelogen - längst mit Überschall geflogen!
Wenn es schneit in meinen Schlitten sitze meistens ich inmitten knöchelhohem Schnee beim Fliegen. Werd' wohl bald das Rheuma kriegen.
Viele Kinder mailen, chatten mir, was sie so gerne hätten, aber der PC samt Maus wird verschenkt vom Nikolaus!
Ein Gerücht wird auch verbreitet von Erwachs’nen, das bedeutet: dass es mich nicht gibt auf Erden! Damit soll ich fertig werden?“
„Nun“, der Himmelvater nickte, „das ist's, was dich so bedrückte? Schad’, wenn wegen dieser Dinge Weihnachten nun flöten ginge!
All die Großen und die Kleinen würden sicher um dich weinen. Gegen einige der Sachen, kann bestimmt man etwas machen.
Ein paar Engel, ein paar Elfen sollen dir in Zukunft helfen. Und vergiss nicht für die Nerven, ständig Kekse einzuwerfen.
In dem Spiegel zu dem Affen sag’: Jawoll, ich werd’ es schaffen! Du bekommst dann noch, mein Guter, deinen eigenen Computer.
Trag’ das Outfit, dieses Rote, doch versuch’ mal eine Schote Chili Rudolph anzudrehen. Na, da wird die Post abgehen!
Und weil der sich schon seit Jahren wünscht, mal richtig schnell zu fahren, wird dein Schlitten jetzt ein Heuler :
kriegt 'nen Motor, Dach und Spoiler !“
"Danke ! Ja, das hilft mir weiter" sprach der Weihnachtsmann da heiter und schritt stolz, wie nie zuvor,
durch das gold'ne Himmelstor.
Zu dem Christkind und den Engeln draußen rief er: „Schluss mit Quengeln!“ und danach in alter Sitte: „Rudolph, vor den Schlitten bitte!
Doch heut brauchst du nicht zu ziehen. Wenn erst unsre Düsen glühen, hat das Tempo keine Schranken ! Doch zuvor muss ich noch tanken."
Vom Computer unterstützt, saust er heuer wie ein Blitz, durch den weihnachtlichen Himmel. Horch mal ! Hörst du sein Gebimmel ?
von Sonja Bartl

Die lustige Weihnacht
Heute tanzen alle Sterne, Und der Mond ist blank geputzt. Petrus in der Himmelsferne Hat sich seinen Bart gestutzt.
Überall erklingt Geläute, Fröhlich schmückt sich groß und klein, Und die Heiligen tragen heute Ihren Sonntags-Heiligenschein.
Es ertönen tausend Flöten, Tausend Kerzen geben Glanz.
Und die würdigen Kometen Wedeln lustig mit dem Schwanz.
Hinterm Zaun im Paradiese, Gar nicht weit vom Himmelstor, Musiziert auf einer Wiese Auch der Engelskinderchor.
Ihre roten Tröpfelnasen Putzen sich die Kleinen schnell, Und dann singen sie und blasen Auf Fanfaren, silberhell.
Jedes Jahr um diese Stunde Singen sie nach altem Brauch.
Alle Sterne in der Runde Lauschen - und die Menschen auch.

Vor Weihnachten
Die Kindlein sitzen im Zimmer - Weihnachten ist nicht mehr weit - bei traulichem Lampenschimmer
und jubeln: "Es schneit, es schneit!"
Das leichte Flockengewimmel, es schwebt durch die dämmernde Nacht herunter vom hohen Himmel vorüber am Fenster so sacht.
Und wo ein Flöckchen im Tanze den Scheiben vorüberschweift, da flimmert's in silbernem Glanze,
vom Lichte der Lampe bestreift.
Die Kindlein sehn's mit Frohlocken, sie drängen ans Fenster sich dicht, sie verfolgen die silbernen Flocken,
die Mutter lächelt und spricht:
"Wisst, Kinder, die Engelein schneidern im Himmel jetzt früh und spät; an Puppenbettchen und Kleidern
wird auf Weihnachten genäht.
Da fällt von Säckchen und Röckchen manch silberner Flitter beiseit, von Bettchen manch Federflöckchen;
auf Erden sagt man: es schneit.
Und seid ihr lieb und vernünftig, ist manches für euch auch bestellt; wer weiß, was Schönes euch künftig
vom Tische der Engelein fällt!"
Die Mutter spricht's; - vor Entzücken den Kleinen das Herz da lacht; sie träumen mit seligen Blicken
hinaus in die zaubrische Nacht.
Grüner Kranz mit roten Kerzen, Lichterglanz in allen Herzen, Weihnachtslieder, Plätzchenduft, Zimt und Sterne in der Luft,
Garten trägt sein Winterkleid, Wer hat noch für Kinder Zeit.
Leute packen, basteln, laufen, Grübeln, suchen, rennen, kaufen, Kochen, backen, braten, waschen,
Rätseln, wispern, flüstern, naschen, schreiben Briefe, Wünsche, Karten, Was sie auch von Dir erwarten.
Doch wozu denn hetzen, eilen, Schöner ist es zu verweilen, Und vor allem dran zu denken ,
sich ein Päckchen " Zeit " zu schenken. Und bitte lasst noch etwas Raum Für das Christkind unterm Baum.

Advent, Advent, die erste Kerze brennt. Die Weihnachtszeit beginnt. Advent, Advent, die erste Kerze brennt.
Der Nikolaus kommt bestimmt.
Advent, Advent, die zweite Kerze brennt, das Haus ist voll Tannenduft. Advent, Advent, die zweite Kerze brennt,
es liegt was in der Luft.
Advent, Advent, die dritte Kerze brennt, nun ist es nicht mehr weit. Advent, Advent, die dritte Kerze brennt.
Macht euch schon bereit.
Advent, Advent, die vierte Kerze brennt. Die Päckchen sind gepackt. Advent, Advent, die vierte Kerze brennt.
Bald ist Heilig´ Nacht.
Advent, Advent, die fünfte Kerze brennt. Doch das ist einerlei. Denn wenn für dich die fünfte Kerze brennt, ist Weihnachten vorbei.
Der erste Stern
Am Himmel glänzt ganz hell und fern, Der allererste Abendstern. Rings um ihn ist dunkle Nacht,
Der Stern hält stolz die Abendwacht.
Er schaut zur Erde, auf jedes Tier, Blickt auf die Häuser, schaut auch zu dir. Er schickt mit seinem Silberschein, Dir gute Wünsche ins Haus hinein.
Und naht die liebe Weihnachtszeit, trägt ER sein schönstes Silberkleid Und hält für dich am Himmelsbaum Bereit den schönsten Weihnachtstraum.
Steig auf den Silberschein zum Baum
Und pflücke dir dort einen Traum. Der Stern strahlt dir auf deiner Reise, schließ die Augen und sei ganz leise.

Einsame Weihnacht
Ein alter Mann mit weißem Haar, verbringt Advent auch dieses Jahr voll Hoffnung auf die Weihnachtszeit
und seine Kinder, die sooo weit. In seiner stillen, alten Klause hofft er auf Trubel dann im Hause.
Er hofft auf Enkel, Tochter, Sohn, die nun seit vielen Jahren schon nur selten auf Besuch erscheinen, um die Familie zu vereinen.
Er hofft auf frohes Kinderlachen, will selber ihnen Freude machen, er hofft auf eine Weihnachtstanne, auf Lichterglanz und Teepunschkanne.
Da kommt ein Brief: "Wir kommen nicht!
Die weite Fahrt -- aus unsrer Sicht -- die lohnt sich nicht.
Doch wünschen wir Dir alles Gute. Das Hänschen kriegt diesmal die Rute, weil es so oft die Ruhe stört
und nicht auf unsre Worte hört."
----Am Heiligabend, so um zwei, sagt Hans bei Tisch ganz nebenbei: "Was mag denn wohl der Opa machen?
Der hat doch sicher nichts zum Lachen! Der wird heut' Abend einsam sein.... Seid Ihr im Alter auch allein?"
Der Vater sieht die Mutter an. Die nickt ihm zu, steht auf ....und dann... sagt Vater zu dem kleinen Hans:
"Den Stollen und die Weihnachtsgans gibt's diesmal, wo der Opa wohnt.... ich meine, daß die Fahrt doch lohnt."
Der alte Mann mit weißem Haar hört's draußen klopfen: "Ist das wahr?! Kann ich mich heute doch noch freu'n
und brauche nicht allein zu sein?"
Der Weihnachtsbaum ist schnell geschmückt und drunter, aus der Krippe, blickt am Abend froh das Christuskind:
Es sieht, daß alle glücklich sind
von Arnold Kirchner

Weihnachtsstress
Als im August in den Geschäften die Pfefferkuchenzeit begann, da fragten viele mit Entsetzen:
Kommt denn schon jetzt der Weihnachtsmann?
Seitdem sind Monate vergangen, nun ist es wirklich fast soweit. Es öffneten die Weihnachtsmärkte
und in der Luft liegt Heimlichkeit.
Längst sind die Wunschzettel geschrieben, der Stollenduft zieht durch das Land und auf der Suche nach Geschenken,
wird selbst am Sonntag rumgerannt.
Es gibt so vieles zu bedenken, damit man wirklich nichts vergisst. Und mancher wünscht sich schon seit Wochen,
dass alles bald vorüber ist.
Dann ist er da, der Heiligabend, der Weihnachtsbaum ist bunt geschmückt. Jetzt gibt es nur noch den Gedanken,
dass auch der Weihnachtsbraten glückt.
Die Feiertage gehn vorüber, man übt sich in Besinnlichkeit. Doch um sich wirklich zu besinnen, bleibt einem viel zu wenig Zeit.
Gestresst von all dem Weihnachtstrubel schwört sich dann wieder jedermann: Im nächsten Jahr wird alles anders!
Na, hoffentlich denkt ihr auch dran.
von Monika Peschel

Adventskalender
Im Dezember konsequent beginnt am Sonntag der Advent am Kalender wohl durchdacht wird's erste Türchen aufgemacht.
Jeden Tag muss man nun suchen wo steckt die Zahl nur, ohne fluchen ob eine 10, ob ungerade dahinter wieder Schokolade.
Mal als Trompete, mal als Engel da freut sich auch der Lausebengel darf vierundzwanzig mal nun naschen
und sich danach die Hände waschen.
Und wenn die letzte Tür dann offen wir uns was Neues nun erhoffen steht auf dem Tisch kerzengerade
der Weihnachtsmann, aus Schokolade.

Nicht immer haben Engel Flügel, weißes Gewand und gold´nen Stern. Sie leben meistens auf der Erde
und sind dem Himmel recht weit fern. Ein Engel, irdisch und ganz menschlich, der öffnet weit des Herzens Tor, er will nur einfach für Dich da sein und leiht Dir willig stets sein Ohr.
Ein Engel hat Geduld und Liebe, sagt nie: Ich hab´ keine Zeit. Er ist, wann immer Du ihn brauchest für Dich zur Hilfe gern bereit. Ich wünsche Dir heute solchen Engel,
damit ein weihnachtlicher Schein ein ganzes Jahr in Deinem Herzen, ein ganzes Jahr mag um Dich sein.
Die Tage kurz wie lang nicht mehr, man spürt genau es kommt der Herr, Der Rauhreif ist des Baumes Kleid,
Herzlichkeit statt Hass und Neid.
Zimt und Rum hängt in der Luft, es macht sich breit der Nadelduft, Kerzenschein erhellt den Raum, süsser Klang am Weihnachtsbaum.
Menschlichkeit in kalten Gassen, Lichterglanz in grossen Massen, Nachbarn reichen sich die Hände, Zoff und Hader sind zu Ende.
Kinderaugen groß und klar, Seh´n Geschenke wunderbar,
sie strahlen vor Glückseligkeit, man spürt es, es ist Weihnachtszeit.
Weihnachtsmarkt ist aufgebaut, Zuckerhäuschen, wo man schaut. Lichter zart mit warmem Schein, dringen in die Herzen ein.
Atmosphäre, die man kennt, stiller Zauber im Advent.

Der Bratapfel
Kinder, kommt und ratet, was im Ofen bratet! Hört, wie´s knallt und zischt. Bald wird er aufgetischt,
der Zipfel, der Zapfel, der Kipfel, der Kapfel, der gelbrote Apfel.
Kinder, lauft schneller, holt einen Teller, holt eine Gabel! Sperrt auf den Schnabel für den Zipfel, den Zapfel,
den Kipfel, den Kapfel, den goldbraunen Apfel!
Sie pusten und prusten, sie gucken und schlucken, sie schnalzen und schmecken, sie lecken und schlecken
den Zipfel, den Zapfel, den Kipfel, den Kapfel, den knusprigen Apfel.
(Volksgut aus Bayern)

Der Heilige Abend
Ganz dolle erleuchtet ist die Gasse, still und starrlich ruht der See. Auf der tiefverschneiten Strasse
liegt ein totgefahrenes Reh.
Weihnachten ist angekommen. Alle Kinder freun sich doll. Mama ist grad hingefallen, Papa ist schon wieder voll.
Der Weihnachtsbaum ist hell erleuchtet,
denn grad fängt er zu brennen an. Da klopft es draußen an dem Tore, ist das wohl Herr Weihnachtsmann?
Doch es sind nur die Verwandten, die da stehen vor der Türe. Oma, Opa, Onkel, Tante,
die alten Feiertagsgeschwüre.
Da kommt Knecht Ruprecht mit dem Schlitten, fährt voll in Papas Manta rein. Der sagt: "Na, der kann was erleben, dem hau ich jetzt die Fresse ein."
Die Kinder fangen an zu flennen, von Ferne naht die Polizei. Der Baum ist immer noch am brennen und Heiligabend ist vorbei.

Im Advent bei Kerzenschein die Kindheit fällt dir wieder ein. Ein Adventskranz mit seinen Kerzen
läßt Frieden strömen in unsere Herzen. Des Jahres Hektik langsam schwindet und Ruhe endlich Einkehr findet. Ein Tag, er kann kaum schöner sein, als im Advent bei Kerzenschein.

Ich wünsche euch zur Weihnachtszeit, dass es vom Himmel leise schneit und dass zu Hause immerzu
nur Frieden herrscht und heil'ge Ruh, die Menschen froh und glücklich sind und frei von Tränen jedes Kind.
Ich wünsche euch zur Weihnachtszeit, dass Freude übertönt manch Leid,
das Glück dir stets gewogen bleibt, die Sorgen aus dem Herzen treibt, die Liebe immer überwiegt und Toleranz den Hass besiegt.
Ich wünsche euch zur Weihnachtszeit, dass es vom Himmel leise schneit
und dass auf dieser schönen Welt nicht nur der Wert des Geldes zählt, dass Zeit genug zum Leben bleibt, denn dann ist wirklich Weihnachtszeit!
Autorin : Lemmie
Bratäpfel aus Großmutters Kachelofen
Es knistert im Ofen, die Kohlen glühen, die gefüllten Äpfel, einst saftig und grün, werden zu einem Gaumenschmaus.
Ein feiner Duft zieht durch das Haus.
Großmutter erhebt sich ganz gemach und schüttet ein paar Kohlen nach. „Schaut nur wie die Funken sprühen und die Eierkohlen glühen!“
In der Röhre brutzelt es leise auf ganz wundersame Weise. „Hört nur, wie es zischt und pufft.“ Jeder schnuppert - welch ein Duft.
„Kinder, holt die Teller raus,“
schallt es fröhlich durch das Haus. Großmutter holt zwei kleine Lappen und öffnet die heißen Ofenklappen.
Mit einem Lächeln im Gesicht stellt sie die Äpfel auf den Tisch.
„Greift zu, ihr müsst euch nicht genieren. Jetzt wollen wir die Bratäpfel probieren!“
Welch eine Ruhe, welch eine Stille. Es riecht nach Rum und nach Vanille. Ein wenig auch nach Marzipan,
dem niemand widerstehen kann.
Im Ofen noch ein leises Knacken - er hat die Äpfel uns gebacken.
Gudrun Nagel - Wiemer

Immer ein Lichtlein mehr im Kranz, den wir gewunden, daß er leuchte uns so sehr durch die dunklen Stunden.
Zwei und drei und dann vier! Rund um den Kranz welch ein Schimmer, und so leuchten auch wir, und so leuchtet das Zimmer.
Und so leuchtet die Welt langsam der Weihnacht entgegen.
Und der in Händen sie hält, weiß um den Segen!

Nikolaus, du guter Mann, hast einen schönen Mantel an. Die Knöpfe sind so blank geputzt, dein weißer Bart ist gut gestutzt,
die Stiefel sind so spiegelblank, die Zipfelmütze fein und lang, die Augenbrauen sind so dicht, so lieb und gut ist dein Gesicht. Du kamst den weiten Weg von fern, und deine Hände geben gern.
Du weißt, wie alle Kinder sind: Ich glaub, ich war ein braves Kind. Sonst wärst du ja nicht hier und kämest nicht zu mir. Du musst dich sicher plagen, den schweren Sack zu tragen.
Drum, lieber Nikolaus, pack ihn doch einfach aus.

Draußen schneit es still und weiß, an Dach und Bäumen hängt das Eis !
Von Fern ein Schlittenglöckchen klingt,
ein Silberstern durch's Fenster blinkt!
Im Ofen helles Feuer knackt, die Mutter steht am Herd und backt!
Advent das ist die stille Zeit, die Tage schnell verrinnen.
Das Fest der Liebe ist nicht weit, fangt an euch zu besinnen!
Es gab wohl manchmal Zank und Streit ihr habt euch nicht vertragen, vergesst das Jetzt und seid bereit, euch wieder zu vertragen.
Denn denk nicht nur an´´s eigene Glück, du solltest danach streben, und anderen Menschen auch ein Stück von deiner Liebe geben.
Der eine wünscht sich Ruhm und Geld,
die Wünsche sind verschieden. Ich wünsche für die ganze Welt nur Einigkeit und Frieden.

An den Weihnachtsmann
Lieber Weihnachtsmann, komm rein zu mir, ein schönes Liedlein sing´ ich dir. Du kommst von so weit her gegangen,
die Weihnacht hat schon angefangen.
So wärme dich in unsrem Zimmer, doch bleiben kannst du nicht für immer. Andere Kinder wollen dich noch sehen,
ach, leider musst du wieder gehen.
Lass ein paar schöne Sachen, die mir viel Freude machen, bei mir und schenke recht viel Freude, auch an die anderen lieben Leute.

Nikolaus aus dem Walde
Es rauscht der Wind im Winterwalde durch die kahle graue Flur und ein Jeder hofft, - schon balde
find er St. Niklolauses Spur.
Ach, wann wird er endlich kommen, dieser heiß ersehnte Gast ? Kinder blicken teils benommen von Baum zu Baum, von Ast zu Ast.
In den Blicken heißes Sehnen, Fragen, was wird dann geschehn ? Und mancher tut schon mal erwähnen, "Ich hab St. Nikolaus gesehn".
Langsam neigt der Tag sich nieder,
Die Winternacht, sie steigt herauf, als ein leises Raunen wieder, stoppt der Kinder frommen Lauf.
Da, aus dunstigem Gefilde steigt wie eine Nebelnacht,
ein stilles schattiges Gebilde, und die Dämmerung ist erwacht.
Kinderblicke werden helle die Gesichter sind verzückt, als Niklaus an der Tagesschwelle,
tritt in ihren Sehnsuchtsblick.
Du guter alter Nikolaus, du Freund der Kinder nah und fern, leer Deinen Sack heut bei uns aus, wir alle haben dich so gern.

Christkind
Die Nacht vor dem heiligen Abend, da liegen die Kinder im Traum; sie träumen von schönen Sachen und von dem Weihnachtsbaum.
Und während sie schlafen und träumen, wird es am Himmel klar, und durch den Himmel fliegen drei Engel wunderbar.
Sie tragen ein holdes Kindlein, das ist der Heil ´ge Christ; es ist so fromm und freundlich, wie keins auf Erden ist.
Und wie es durch den Himmel still über die Häuser fliegt, schaut es in jedes Bettchen, wo nur ein Kindlein liegt,
und freut sich über alle, die fromm und freundlich sind, denn solche liebt von Herzen das liebe Himmelskind.
Wird sie auch reich bedenken mit Lust aufs Allerbest und wird sie schön beschenken zum lieben Weihnachtsfest.
Heut schlafen noch die Kinder und sehn es nur im Traum, doch morgen tanzen und springen sie um den Weihnachtsbaum.
Robert Reinick ( 1805 - 1852 )

Es ist wieder mal so weit, dass nun naht die Weihnachtszeit. Geschenke werden eingepackt, manche Nuss dabei geknackt,
viele Euros ausgegeben, (was die Wirtschaft wird beleben.) Grüße werden nun verschickt, die Enkel werden eingestrickt, die Gans wird langsam aufgetaut, das Wetter zaubert Gänsehaut,
die Kerzen strahlen hell und schlicht, fürwahr, das Fest ist nun in Sicht. Man wünschet sich Besinnlichkeit, denn es naht die Weihnachtszeit. Ruhe und Frieden in unserem Leben
sollte es das ganze Jahr über geben...
Wir staunen und sind hell entzückt, wie herrlich ist der Markt geschmückt.
Und mittendrin bestrahlt von Licht, das Christkind seine Botschaft spricht. Ein Chor das Weihnachtslied anstimmt, der Zauber uns gefangen nimmt. Hier um den großen Tannenbaum,
lebt er der Weihnachtswundertraum. In uns das Kind erwachen will - das sich noch heute - wenn auch still auf´s weihnachtliche Wiegenfest, von Herzen freut - wenn man es lässt.
Lasst es nur zu - habt doch den Mut, das „Kind sein" tut uns allen gut. Vergesst den Stress - nur Menschlichkeit, ist Trumpf - in dieser stillen Zeit.
Anita Menger
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